Welche Anforderungen stellt das Berufsbild an den Fliesenleger?
Fliesenlegen, das ist zwar ein handwerklicher Beruf, aber nur mit dem Handwerk ist es bei Weitem nicht getan. Einen großen Teil der Ausbildung wird der zukünftige Fliesenleger auch mit dem Erlernen der Materialkunde, dem Erstellen und Lesen von Zeichnungen und Verlegeplänen und ähnlichen Dingen zubringen.

Darüber hinaus benötigt der Fliesenleger natürlich die Kenntnisse der vorgeschriebenen DIN-Normen. Er muss sich im Bau- und Gewährleistungsrecht auskennen und ebenso über gute Kenntnisse im Bereich Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit verfügen. Er muss Mengenberechnungen anstellen können und natürlich wissen, wie es sich mit Bauaufsicht und Unfallverhütung verhält. Es ist also eine Allround-Ausbildung, die hohe Anforderungen an den Auszubildenden stellt.
In der praktischen Arbeit spiegelt sich diese Vielfältigkeit wieder. Der Fliesenleger muss auch das Vorbereiten der Untergründe beherrschen. Er muss in der Lage sein, einen Estrich glatt zu verlegen oder Unterputz vorzubereiten. Er muss sich sowohl mit dem Dickbettverfahren, also dem Verlegen in Mörtel wie auch mit den einzelnen Klebetechniken auskennen. Er muss in der Lage sein, Fliesen oder Platten korrekt und plangerecht zu teilen und zu trennen. Er muss Fliesen aufbohren können, ohne diese zu beschädigen.
Wenn die Fliesen verlegt sind, ist die Arbeit eines Fliesenlegers aber noch nicht vorbei. Er muss die Fliesen verfugen, muss Dehnungsfugen setzen, wo es notwendig ist und Kanten, die im Feucht- oder Nassbereich liegen, gegebenenfalls auch mit passenden Silikonfugen abdichten. Zu den Aufgaben eines Fliesenlegers gehört auch das Erstellen und Verfliesen von Trennwänden. Auch hier muss er sowohl bei der Materialauswahl als auch beim Verfugen und Abdichten sehr genau und bedachtsam arbeiten.
Gelegentlich werden Fliesenleger auch mit dem Versetzen oder dem Einbau von Glasbausteinen beauftragt. Auch hier muss der Fachmann sich auskennen mit der Verankerung und der Verkittung.